Ziele der Stadtteilgruppe Tenever zur Weiterentwicklung des Ortsteils Bremen-Tenever bis 2010 und Richtschnur für die Schwerpunktsetzung innerhalb der Programme Wohnen in Nachbarschaften (WiN), Soziale Stadt und Lokales Kapital für Sozia- le Zwecke (LOS) Auf der Basis des bisherigen Stadtteilgruppendiskurses, der Erarbeitung eines „Integrierten Handlungskonzeptes“ sowie unter besonderer Berücksichtigung - des Stadtteilkonzeptes Osterholz (Entwurf) - der BewohnerInnenseminare (2005 / 2006) - der Diskussion von Stadtteilgruppe, Nachbesserungsausschuss (Beirat Osterholz) und Arbeitskreis Tenever im Frühjahr/ Sommer 2006 setzt sich die Stadtteilgruppe Tenever nachfolgende Ziele. Die Quartiersentwicklung soll einen Beitrag leisten für eine solidarische Gesellschaft, leben- diges nachbarschaftliches Leben sowie zur Förderung von Demokratie, Toleranz und Integ- ration. Im Mittelpunkt stehen Kinder, Jugendliche und ihre Familien. Die Programme WiN, Soziale Stadt und LOS spielen hier eine große Rolle. Entsprechend der unten aufgeführten Ziele werden mit Hilfe dieser Programme entsprechende Aktivitäten und Projekte (in den vorgegeben Handlungsfeldern) unterstützt. Darüber hinaus ist es notwendig, weitere gesellschaftliche, politische und wirtschaftliche Kräfte zur Kompensation der zunehmenden Spaltung der Gesellschaft zu bündeln. Insbe- sondere die politischen Gremien Bremens (Beirat Osterholz, Bremische Bürgerschaft) sowie die Senatsressorts sind aufgefordert, diese Ziele im Rahmen ihrer Regelaufgaben zu be- rücksichtigen und zu unterstützen. Bei Bedarf sind geeignete Programme und Maßnahmen für den Ortsteil Tenever einzuleiten. Die Ressorts werden gebeten ihre entsprechenden Planungen in der Stadtteilgruppe vorzu- stellen. Ziele der Stadtteilgruppe Tenever zur Weiterentwicklung des Ortsteils: 1. Verbesserung der Lebensbedingungen für die Menschen in Tenever als Beitrag gegen die zunehmende Spaltung der Stadt 1.1. Angebote im Bildungs- und Qualifizierungsbereich zur Kompensation der ungleichen Verteilung von Bildungschancen z.B. durch 1.1.1. zusätzliche Angebote in Kindertagesstätten und Schulen, insbesondere in den Bereichen Frühförderung/ Ganztagsbetreuung 1.1.2. Vermittlung von Grundqualifikationen (z.B. Stärkung des Selbsthilfepotenzials, Schrift- und Sprachkompetenz, berufliche Orientierung) 1.2. Förderung der Zugangschancen zu Berufsausbildung und Erwerbsarbeit 1.3. Kompensation der Folgen von Arbeitslosigkeit und Armut; insbesondere Projekte und Aktivitäten gegen Kinderarmut 1.4. Stärkung und Ausbau der Gesundheitsversorgung und -förderung 1.5. Verbesserung der Lebenssituation insbesondere von Arbeitslosen und Niedrigver- dienern, Schwerbehinderten und Suchtkranken, Asylbewerbern und geduldeten Flüchtlingen 2. Verbesserung der Wohnsituation im Ortsteil 2.1. Begleitung der Sanierung Tenevers und erfolgreicher Abschluss des Stadtumbaus 2.2. Bauliche Aufwertung des gesamten Ortsteils 2.3. Unterstützung von Bestandspflege und Wohnumfeldverbesserungen im Geschoss- wohnungsbau Tenevers 2.4. Differenzierung und Verbesserung des Images, insbesondere der Außensicht 2.5. Guter und bezahlbarer Wohnraum für Alle 3. Sicherung und Stärkung des nachbarschaftlichen Zusammenlebens 3.1. Unterstützung von Selbstorganisation und Interessenvertretung der Bewohner 3.2. Förderung und Unterstützung von Bewohnerbeteiligung und bürgerschaftlichem En- gagement 3.3. Spezifische Maßnahmen zum Zusammenleben von Jung und Alt 4. Unterstützung der sozialen Infrastruktur 4.1. Unterstützung der sozialen Infrastruktur und Absicherung der zentralen Projekte 4.2. Sicherung und Unterstützung der Vernetzung sozialer Einrichtungen und Projekte 4.3. Erschließung neuer, bisher wenig erreichter Zielgruppen 5. Stärkung der Ortsteilvernetzung sowie Integration des Ortsteils in den Stadtteil Os- terholz und die Gesamtstadt 5.1. Verbesserung der ÖPNV-Anbindung (Verlängerung der Linie 1 bis Bhf Mahndorf) 5.2. Quartiersentwicklung im Hahnenkamp-Gebiet: 5.2.1. Quartiersmanagement vor Ort 5.2.2. Aufbau von Bewohnerbeteiligungsstrukturen / Ausbau der sozialen Projekte 5.2.3. Unterstützung der Vernetzung in den Ortsteil 5.3. Unterstützung des Bereichs Nachbarschaft Bultenweg / Lausanner Str. 6. Förderung der besonderen sozialen und kulturellen Potenziale Tenevers 6.1. Jung und familienfreundlich 6.2. Internationalität 6.3. Soziale Infrastruktur 6.4. Netzwerke 6.5. Bewohnerbeteiligung und Bewohnerengagement 6.6. Freizeitmöglichkeiten wie Hallenbad Tenever, Bezirkssportanlage, Halle für Bewe- gung, Kinderbauernhof, Bultensee, Internationale Gärten, Grünbereiche und Um- weltaktivitäten 7. Förderung von Gewerbe und lokaler Ökonomie 7.1. Stärkung Lokale Ökonomie im Hochhausgebiet und um die Endhaltestelle Linie 1 7.2. Aufbau eines Gewerbe-Netzwerks 7.3. Wirtschaftsförderung für Osterholz (Tenever) 7.4. Sicherung Klinikum Ost Anhang: Potenziale und Probleme des Ortsteils Tenever Diese Ziele wurden vor dem Hintergrund einer sorgfältigen Stärken/Schwächen-Analyse er- arbeitet. Die Auswertung der Evaluation, der Bestandsaufnahme des Integrierten Hand- lungskonzeptes sowie des kontinuierlichen Diskurses in der Stadtteilgruppe Tenever ergibt für den Ortsteil Tenever folgende Situation: Potentiale • Stadtumbauprozess / Sanierung Tenevers (sanierte Wohnungen, behindertenfreund- lich) • Gute Infrastruktur (Hallenbad, Einkaufsmöglichkeiten, Ärzte, Schulen und Kitas, sozi- ale Einrichtungen, Bezirkssportanlage, Stadtteilbibliothek) • Stadtteilgruppe und Quartiersdiskurs • Gute Verankerung und Vernetzung aller Akteure im Ortsteil • Erprobte Beteiligungsstrukturen • Gutes bürgerschaftliches Engagement • Internationalität • Kinder- und Familienfreundlichkeit • Gut umgeben mit Naherholungsgebieten (Wümmewiesen, Bultensee, Egestorff-Park, Kinderbauernhof) • Nähe Weserpark und Zentrum rund um die Haltestelle Linie 1 • Flächenpotential (westlich der Neuwieder Str.) Probleme • Überdurchschnittlich hohe Arbeitslosigkeit und Armut(sfolgen), insbesondere Kinder- armut • Städtebauliche Randlage des Ortsteils und Insellage des Hochhausquartiers • Architektur und Städtebau des Hochhausquartiers (Maßstab der Bebauung, die aber im Rahmen des Stadtumbaus zum Teil korrigiert wird) • Großer Integrationsbedarf, insbesondere durch immer neue Zuwanderer und über- durchschnittliche Fluktuation (das heißt u.a. auch Wegzug von bereits integrierten Bewohnern und deren Selbsthilfepotential) • Im Hahnenkamp-Gebiet Herausbildung eines zweiten „sozialen Brennpunktes“ neben dem Hochhausquartier • Unterstützungsbedarf des Quartiers Nachbarschaft Bultenweg / Lausanner Str.