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Besuch in der Weserburg, Museum für moderne Kunst

Die Skulptur "Johannes der Täufer" ( 1878) von Rodin steht mitten im Raum: "er steht nicht auf so einem hohen Sockel" ist fast auf Augenhöhe mit dem Betrachter", seine Gebärdensprache ist interessant", seine ausgestreckte Hand ist die eines Gitarrenspielers" und "ist in Bewegung" beschrieben die Kul-Tour-Besucher.
Die Kunsthalle *, die gerade umgebaut wird, hat dem Sammlermuseum Weserburg etwa für zwei Jahre ihrer Umbauphase eine Auswahl herausragender Werke geschickt. In den ehemaligen Speicherhäusern inmitten der Weser sind diese Werke in Beziehung gesetzt mit bereits vorhandenen Werken des 20. und 21. Jahrhunderts.
(*wir besuchten die Kunsthalle bereits und das "rollende Museum" der Kunsthalle war bereits in Tenever zum Thema "Die Frau in der bildenden Kunst")
Ursprünglich war die Weserburg eine alte Kaffeerösterei, in den 80iger Jahren zogen dann, nachdem die Speicher an die Stadt Bremen gingen, Künstler mit kleinen Werkstätten in die Räume ein, bis dann in den 90iger Jahren ein Museum für moderne Kunst, ein Sammlermuseum entstand.
Bei dem Rundgang durch das Museum wurde die Frage "was ist Kunst" oft gestellt und manche Objekte in Frage gestellt, weil sie "banal", agressiv", "alltäglich wie Sperrmüll" oder "wie eine zusammengebrochene Turnhalle" erschienen, dagegen faszinierten Rebecca Horns "Liebesschaukeln".
Eine monumentale Arbeit von Olaf Metzel machte neugierig, sie füllte den Raum, Titel "und dann noch das Wetter" 2010: übergroße Zeitungen, die auf langen Stangen aufgespießt sind, bilden einen betretbaren Blätterwald . Auf beidseitig bedruckten Aluminiumblechen werden Meldungen aus unterschiedlichen Zeitungen präsentiert. "Zeitungsartikel prägen die öffentliche Meinung und sind Teil der politischen, ökonomischen und sozialen Diskussion. Nur allzu gern wird das geschrieben Wort mit einem "Abdruck der Realität" verwechselt. Olaf Metzel verwirft diese Annahme; denn so wie die Sicht des Reporters die Realität immer interpretiert, neu formt und gewichtet, so geben die Zeitungsartikel von Olaf Metzel durch seine subjektive Auswahl ein Spektrum an Meinungen wieder, die den Betrachter bewußt lenken" so die nachlesbare Interpretation.
In diesem Blätterwald gingen die Besucher aus Tenever herum, konnten Artikel zur Wirtschaftslage, Sport, Wetter, Sexaffären, Popkultur lesen - man spürt sehr schnell, dass ein kompletter Überblick über die Meinungsvielfalt nicht möglich ist, erkennt die eigentlichen Nachrichten in ihrem Gehalt vor lauter Meinungsäußerungen nicht mehr.
Der Titel der Arbeit "und dann noch das Wetter" weist darauf hin, dass "die Flut der Berichte genauso wie der Wetterbericht zum allgemeinen Thema wird und den Betrachter oder Leser regelrecht überspült".
"Ich denke es lohnt sich, hier nochmal her zu kommen", sagte die eine oder der andere Kul-Tour-Teilnehmer, aber dazu braucht man viel Zeit und und noch mehr Phantasie". (matu)

 
 
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