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Die einfache, aber elegante klare Form der Alltagsgegenstände im Wilhelm-Wagenfeld-Haus begeisterteEr war überzeugt, „dass alle Gegenstände dem menschlichen Körper, insbesondere der menschlichen Hand angepasst sein müssen, wenn wir ihren Gebrauch als angenehm empfinden sollen“.
Was braucht man eigentlich? Für wen mache ich meine Gestaltung? Wie kann ich qualitativ gut aber kostengünstig schöne Dinge herstellen? Wie können Haushaltsgeräte, Töpfe und Schüsseln besser gestapelt, für den Haushalt sinnvoller und effektiver genutzt werden? Was macht den Haushalt einfacher? Wie kann ich Prozesse vereinfachen? das fragte sich Wilhelm Wagenfeld. Bis heute haben die Gegenstände ihre "zeitlose Schönheit und Klarheit und Gebrauchswert im Alltag bewahrt".
Heraus kam die berühmte "Wagenfeld-Lampe", ein Klassiker, ohne Schnörkel, wie ein Pilz, schön von der Form; heraus kam das berühmte Teeservice: ohne Griff wie in der Türkei und in Asien, mit Griff für Europäer; die Teekanne aus Glas, um zu sehen wie die richtige Farbe des Tees ist; originell auch die "Fett-Mager-Saucière" für fette und dünne Soße, à la "Fett schwimmt oben", links der Ausguß für die eine, rechts der für die dicke Soße. Der berühmte "Senftopf" für scharfen und süßen Senf, mit Speziallöffel wurde bestaunt.
"Vom Ofen auf den Tisch" hieß es bei den feuerfesten Glas-, Back- und Bratschüsseln, die als Jenaer Glas bis heute berühmt und begehrt und fast allen bekannt sind.
War Porzellan in den 20iger Jahren ein Privileg der Oberschicht, kreierte Wilhelm Wagenfeld mit dem Kaffee-, Tee- und Essgeschirr "639" das erste weiße Service der "Neuen Sachlichkeit", das kein Decor und Farbe benötigt, sondern seine Wirkung in der Klarheit der Einfachheit gewinnt, Qualität hat und "bezahlbar für viele ist".
Qualität war für Wilhelm Wagenfeld eine Gemeinschaftsaufgabe, die Leistung und das Zusammenspiel aller Beteiligten im Team - "der Kaufmann ist so wichtig wie der künstlerisch Tätige, der Betriebsleiter genau so wie der Wissenschaftler, Meister und der Arbeiter". Er begeisterte, so die Botschaft, die Mitarbeiter in der Hütte für die Aufgaben, probierte mit seinem Team neue Materialien aus und entwarf neue Techniken. Insgesamt entstanden 650 Entwürfe und bis heute ist das Design "in", wird industriell hergestellt und findet sich neben den Originalen in den Formen von Ikea wieder, im Bordgeschirr der Lufthansa (statt Porzellan aus bruchsicherem und standfesten Melamin) und bei WMF aus Silber oder Edelstahl, z. B. der Salz- und Pfefferstreuer "Max und Moritz" und die formschönen Portionskannen aus Silber "an denen man sich nicht verbrennt", mit dem besonderem Griff (der durch eine Unterbrechung die Hitze nicht weiterleiten kann).
"Wilhelm Wagenfeld hat sehr gut beobachtet", "sich viele Gedanken gemacht" und "hat viel verstanden", "konnte wirklich sehr viel" resümierte die Kul-Tour-Gruppe aus Tenever.
Lebenskultur im Alltag, einige dèja-vue-Erlebnisse,
eine gelungene, nachhaltig wirkende Kul-Tour mit Teneveraner/innen (aus den Herkunftsländern Türkei, Russland, Kasachstan, Mexiko, Deutschland, Sibirien, Pakistan und Ghana), die "noch nie in einer Design-Ausstellung" waren. (matu)
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