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Ein Gedicht an einer Hauswand?

Heute gab es dazu eine Podiumsdiskussion im Festsaal des Rathauses zum Thema „Teilhabe“ mit der Schriftstellerin und Journalistin Hillal Sezgin, Zahra Mohammadzadeh (MdBB, die Grünen), Münevver Agildere (Sozialarbeiterin) und Lena Shulman (Künstlerin). Moderation Heide Marie Vogt.
Auszüge auf russisch aus Alexander Puschkins „Märchen“; eine Kurzgeschichte auf türkisch über ein Schiff, Symbol für das Leben; eine Begrüßung auf persisch; Harfenklänge die dem Klang der Sprachen nachspürten und die Zuhörer „mitnahm“ – es war eine „Zwiesprache“ der Kulturen. Die Inszenierung deutete literarische Traditionen an, war gleichzeitig vertraut und fremd, die anschließende Diskussion war in deutscher Sprache.
Es ging um „Teilhabe“, d.h. „Raum geben“, „Anerkennung geben“, den Anderen als Individuum wahrnehmen“, „Zuhören“, „Anteil nehmen“, „einen Teil abgeben“, „teilen“.
„Arbeit ist das Hauptthema der Teilhabe“ und „kein Geld für Kultur, Theater, Museum für sich und die Kinder zu haben als Hartz IV- Empfänger bedeutet Ausschluss aus dem gesellschaftlichen Leben“ wurede formuliert, eine politische Aufgabe quer durch alle Ressorts, einschließlich Inneres, Finanzen, Rechtsprechung, Kultur und Bildung sowieso. Sogar die politische Gestaltungskraft einer Migrantin ist in der Mehrheitsgesellschaft sehr schwer, „man wird überstimmt“, kann aber selbstbewußt „Integrationspolitik so verankern, dass es von allen wahrgenommen wird“, berichtete eine Bürgerschaftsabgeordnete mit Migrationshintergrund.
„Aber ohne Deutsch geht es nicht“ war der Tenor und ist “der Schlüssel zur Integration“ auch wenn Tamilisch, Türkisch, Arabisch, Russisch, Polnisch etc. eine besondere Kompetenz beinhaltet, ein Zusammengehörigkeitsgefühl untereinander darstellt, Anerkennung schaffen könnte.
Um teilnehmen zu können, müssen auch die Migranten sich mehr beteiligen, ihre eigene z.B. literarische Tradition aufzeigen: „Der Schatz muss erst noch gehoben werden“.

Das Projekt „ Zwiesprache“ ist eine Form, in verschiedenen Muttersprachen – und jeweils der deutschen Übersetzung – den Potentialen der multikulturellen Gesellschaft Raum zu geben und Menschen sprachlich, künstlerisch und inhaltlich in eine Zwiesprache mit der Lyrik und untereinander zu kommen.

Die Unesco hat im Jahr 2000 den Welttag der Poesie ausgerufen, jetzt erhält dieses Ereignis auch in Bremen einen weithin sichtbaren Auftritt." (matu)

Hier einige Beispiele von bisher 33, und es werden immer mehr:

Ein Vogel fliegt vorbei,
der Mond bleibt stehen,
wie ich,
ist er auch ein Fremder?
(Falaki, persisch)

Sklavensprache

mit mir willst du reden
und
ich soll deine Sprache
sprechen
(Gino Chiellino, italienisch

Die Sprache hält
bereits in meinem
Mund
Wache
(Dragica Rajcic, Kroatien)

Hütte
oder Palast
für die Kinder
bleibt das Zuhause
immer das Zuhause
(Inger Mari Aikio-Arianaick, Samisch, Lappland

 
 
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