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3. Kammerkonzert „Lied ohne Worte“Frühbegabt waren alle drei: Mendelssohn, Korngold und Henze. Felix Mendelssohn Bartholdy, dessen 200. Geburtstag wir mit der diesjährigen Kammermusik-Reihe feiern, wurde schon im Alter von 15 Jahren von seinem Lehrer Carl Friedrich Zelter vom „Lehrjungen“ zum „Gesell’“ ernannt, und zwar „im Namen Mozarts, im Namen Haydns und im Namen des alten Bach!“. Die „Lieder ohne Worte“ gehören zu seinen populärsten Werken. Wie der Titel schon sagt, sind dies Kompositionen, die einen äußerst gesanglichen Charakter haben. Die meisten dieser lyrischen Stücke schrieb Mendelssohn für Klavier solo, eines schrieb er für Cello und Klavier. Mendelssohn schuf mit seinen „Liedern ohne Worte“ ein neues Genre: andere Komponisten wie Tschaikowsky und Schönberg haben später ebenfalls Werke mit diesen Titeln komponiert. In seinem Klaviertrio in c-Moll op. 66 stellt Mendelssohn die Instrumente als gleichberechtigte Partner gegenüber, die in einen munteren Dialog treten. Er selbst gab zu, es sei „etwas eklig“ zu spielen. Der Widmungsträger dürfte trotzdem keinerlei Schwierigkeiten mit dem Stück gehabt haben: es war der brillante Geiger Louis Spohr.
Die Dialog-Idee in Mendelssohns Trio war ein Gedanke, den Hans Werner Henze 200 Jahre später konsequent fortsetzte. Als 22jähriger schrieb er 1948 seine Kammersonate, die man als instrumentales Theater bezeichnen könnte. Sie zeugt von seinem ausgereiften Gespür für dramaturgische Abläufe, und es kommt nicht von ungefähr, dass Henze später vor allem mit seinen Bühnenkompositionen Aufsehen erregte.
Auch Erich Wolfgang Korngold war ein Frühstarter: mit gerade einmal 12 Jahren komponierte er 1909 sein Klaviertrio D-Dur op. 1. Etwa zur gleichen Zeit schrieb er sein Ballett „Der Schneemann“, das 1910 an der Wiener Hofoper uraufgeführt wurde. Das Publikum war hingerissen, Korngold wurde fortan als Wiener Wunderkind gefeiert und kein Geringerer als Gustav Mahler nannte den Jungen ein „Genie“.
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