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...Über die Vielfalt der Angebote für Migrantinnen im Frauengesundheitstreff Tenever.: ...Über die Vielfalt der Angebote für eine Vielfalt der Frauen im Gesundheitstreff TeneverEs sind die unterschiedlichsten Motivationen, die die Frauen in der Vorstellungsrunde benennen: sie möchten "sich zu Recht finden", "den Lehrer meiner Kinder verstehen", "deutsche Filme verstehen", "sich unterhalten können mit Deutschen", "Rezepte lesen und telefonieren", zum Ausfüllen von Formularen". "ich lerne schreiben, weil ich dann einen kleinen Brief schreiben und lesen kann". Genau an diesen gemeinsamen Alltagserfahrungen setzt der Kurs an. Im Unterricht wird zu lebensnahen Themen wie Arbeit, Gesundheit, Kindererziehung und Ernährung gearbeitet. Die Ängstlichen lernen von den Mutigen, sie lernen voneinander.
Alle sind sich einig: "Schreiben ist schwerer als sprechen", "und ist schwerer als lesen".
Manche waren Analphabeten, lernen das Schreiben jetzt. Zwei Alphabetisierungskurse liefen über LOS / Lokales Kapital für Soziale Zwecke des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend und des Europäischen Sozialfonds.
Sie haben zwei, sechs, sieben und neun Kinder, deshalb ist es "vormittags gut in Tenever", denn da sind die Kinder z.T. in der Schule - es gibt sonst tagsüber kaum Kurse in Bremen.
Für viele und insbesondere für die islamischen Teilnehmerinnen spielt dabei eine große Rolle, dass sich der Kurs ausschließlich an Frauen richtet und gleichzeitig eine Betreuung für Kinder angeboten wird. Die Kinderbetreuung ist organisiert, 17 Frauen haben zusammen 70 Kinder.
Die Kurse zeichnen sich aus durch eine hohe Verbindlichkeit, Kontinuität und Regelmäßigkeit. Ein Beratungsangebot steht offen und wird gut genutzt, z.B. für Beratungsanliegen zu gesundheitlichen und psychosozialen Problemen, aber auch "zu unzuverlässigen Männern und Schulden". Das Erlernen der deutschen Sprache wird als Schlüssel zur Integration in die deutsche Gesellschaft verstanden und als aktiver Prozess, bei dem die Frauen selbst tätig werden.
"Offene Treffs" für Migrantinnen finden seit kurzem jeden Dienstag im Monat statt und werden sehr gut besucht. Mitmischen statt Rückzug ist ein Motiv, sich begegnen, austauschen und beraten lassen, das führt Frauen in Tenever zusammen.
"Wir arbeiten anders" erklärt Anke Wolters, langjährige Mitarbeiterin im FGT, "wir fördern Kontakte wenn die Welt zusammenbricht, und soziale Beziehungen, Sinnhaftes, Aufgaben und Ehrenamt".
"Entwurzelung und Gesundheit" ist deshalb ein Themenkomplex für Frauen aller Kulturen. Gerade Migrantinnen erleben die Ankunft in dem fremden Land sehr unterschiedlich. Angesichts der Konfrontation mit der fremden Kultur, Sprache und gesellschaftlichen Gewohnheiten führt die Migration häufig zu einer Belastung von Körper und Seele. Die Folge sind gesundheitliche Probleme. Mit Angeboten in Kooperation mit dem Klinikum Bremen Ost, für Frauen, die "mit Ängsten leben, depressiv sind und nicht mehr aus dem Haus gehen" soll dem Rückzug und der Unsicherheit begegnet werden. Diese Gesprächsrunde findet am Mittwoch, den 22. Februar von 15:00 bis 16:30 Uhr statt.
Viele Frauen berichten davon, dass sie zum Verlassen ihres Landes gezwungen wurden, von lebensbedrohlichen Situationen, Gewalt, Diskriminierung und Behördenwillkür. Beratungen zum Thema Depression, wie Depressionen erkannt und behandelt werden, welche Krankheitsverläufe es gibt und was die Genesung fördert, werden auch von vielen deutschen Frauen angenommen. Wir sagen "Gesundheit ist mehr als die Abwesenheit von Krankheit".
Niederschwellige Angebote und Zugangsmöglichkeiten sind wichtig, "wir nehmen die Ideen von Frauen auf und gestalten zusammen das Programm", erzählt Inge Koepsell vom FGT. "Gemeinsam älter werden" und "Bewegung für Mollige und Ungeübte", "Beratung zu Diabetes", "gemeinsame Ausflüge in die Umgebung" sind Beispiele dafür. Der neue Kurs "Lustvolle Bewegung für Mollige und Ungeübte" startet am Donnerstag, den 23. Februar. Es sind noch Plätze frei!
Am Samstag, den 25. 2. ist wieder Frauenschwimmnachmittag - ein Erfolgsprojekt: "einfach mal ganz in Ruhe ins Schwimmbad gehen und nur unter Frauen sein. Sich im Wasser treiben lassen, bei Wasserfitness austoben und mit Massagen der verschiedensten Arten verwöhnen lassen". Das ließen sich bisher viele Frauen der verschiedensten Kulturen nicht zweimal sagen.
Einen besonderen Wellness-Tag für Frauen veranstaltet der Frauengesundheitstreff Tenever am 4.3. 2006
"Wir arbeiten mit sozial benachteiligten Frauen und möchten bei den Stärken ansetzen, das bedeutet Stärken aufdecken und wieder zu beleben" - das überzeugt!
Der Frauengesundheitstreff - eine Institution in Tenever und ein fester Begriff in Bremen.
Weitere Infos beim Frauengesundheitstreff Tenever, Koblenzer Strasse 3 a, unter Tel.: 40 17 28
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