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Sanierung: Beratungsbedarf steigt spürbar anInsbesondere eine kleine Gruppe von Jugendlichen des Alkoholfreien Jugendcafés – es wird von rund 120 Kids besucht - setzte sich gut vorbereitet für den Erhalt ihrer Einrichtung ein. Sie hat Anfang Februar bei einer Zukunftswerkstatt in Seebergen Alternativen zu ihrem der Abrissbirne zum Opfer fallenden Standort gesucht und gefunden. Das Resultat ihrer Ideen und Vorstellungen dokumentierte sie und stellte es höchstpersönlich den Akteuren der Stadtteilgruppe vor.
Der Lohn für die engagierten jugendlichen Macher: Spontan aufbrandender Beifall für die Fleißarbeit aus Pappkartons gefertigter Modelle sowie der Fotocollagen. Ein im Tenever-See liegendes Traumhaus auf „Stelzen“ dürfte sicherlich allein aus Kostengründen fernab der Realität liegen. Aber ein anderer Entwurf eines 150 qm großen Hauses mit Unterhaltungsraum, Kamin, Fitnessecke, Küche und Büro für Hausaufgabenhilfe ist vielleicht eher realisierbar. An Standortvorschlägen – schon fotografisch illustriert – markierten die Ideenproduzenten folgende Plätze: unweit der Skaterbahn bei der GSO, dem Tenever-See (Ententeich), auf einem Areal hinter dem Hochhaus Neuwieder Str. 23 und auf dem Grünstreifen zwischen der Otto-Brenner-Allee und der Autobahn.
Wie gesagt, noch entspringen die Zukunftsvorstellungen der Jugendlichen der reinen Phantasie. Gerade weil sie damit im Beirat, in Jugendforen und in der Stadtteilgruppe auf viel Verständnis stießen gilt es jetzt, erste realistische Gedanken durch einen Architekten entwickeln zu lassen. Denn von der Planung bis zur Realisierung liegt eine weite Wegstrecke. Insofern ist zunächst eine Übergangslösung erforderlich, die den Kindern und Jugendlichen des Alkoholfreien Jugendcafés eine angemessene Bleibe zur Ausübung ihrer vielfältigen Aktivitäten ermöglicht.
Sorgen ähnlicher Art plagen auch eine wachsende Zahl von Einzelpersonen und Familien im Quartier, die nach und nach wegen der bevorstehenden Sanierung umziehen müssen. Der Grund: Es gibt im Moment nicht genügend freie 1 und 2 Zimmer Wohnungen und einfach zu wenig große Wohnungen für kinderreiche Familien. Ralf Schumann von der Osterholz-Tenever-Grundstücksgesellschaft (OTG) konkretisiert das Problem: Es sei in der Tat im Einzelfall nicht ganz einfach, jedem die ihm vorschwebende Wohnung zuzuweisen. Denn alleinstehenden Sozialhilfeempfängern stünden laut Gesetz nur 50 qm zu. Sollte dieses Maß allerdings geringfügig überschritten werden und keine Alternativwohnungen im Sanierungsgebiet zur Verfügung stehen, erklärte sich die OTG bereit, die Mehrkosten zu übernehmen.
OTG-Chef Schumann erläuterte noch einmal den Standpunkt der Sanierungsgesellschaft alles zu tun, damit die in Tenever wohnenden Menschen den Stadtteil nicht verließen. Im Moment führe man intensive Gespräche mit dem Sozialamt und dem Amt für Städtebauförderung (AWS), um den Betroffenen wirksame Hilfen anzudienen. Schumann wörtlich: „Wir werfen niemanden raus!“ Bei einer Massierung der Probleme werde man die Umzügler auf ihrem Weg in eine neue Wohnung in Tenever mehr als bisher an die Hand nehmen. Das gelte freilich nur für alle von Kündigung wegen des Abrisses Betroffenen.
Die Umzugshilfen in Höhe von 500 Euro, stellte Schumann klar, sollten aus Sicht der OTG so etwas wie ein „Schmerzensgeld“ für den Wohnungswechsel sein und eventuellen Neuanschaffungen et cetera dienen. Eine Anrechnung auf die Sozialhilfe halte er für kontraproduktiv. Aber auch darüber sei man mit den Ämtern im Gespräch und suche zufriedenstellende Lösungen. Künftig wird die OTG teilweise Beratung im Kundendienstbüro der Gewoba vor Ort in der Ludwigshafener Str. 2 anbieten. Erstmals am Donnerstag, 5. Juni, in der Zeit von 14 bis 16 Uhr durch Frau Hoesfeld und danach regelmäßig wöchentlich um die gleiche Zeit. Jeweils am Montag in der Zeit von 16.00 bis 19.00 Uhr berät außerdem die Projektgruppe in der Neuwieder Str. 44 a in Fragen der Sanierung.
Schlussendlich hatte die Stadtteilgruppe Tenever noch über sechs Anträge des Programms „Wohnen in Nachbarschaften“ (WiN) und Soziale Stadt zu entscheiden. Es konnte Konsens erzielt werden über die Gewährung von Euro 2 560,-- für die Ev. Kirchengemeinde Tenever, die eine stillgelegte Jugenddisco in einen der Allgemeinheit zugänglichen öffentlichen Raum „umwandeln“ will. Im Europäischen Jahr der Behinderten wurde der neuen Selbsthilfegruppe Handycap eine Anschubfinanzierung über Euro 3 000,-- gewährt. Weiter unterstützt werden soll der Bewohnerfonds für nachbarschaftliche Aktivitäten mit Euro 7 000,-- sowie die den Sport fördernde Einrichtung Fit-point mit Euro 5 000,--. Ein Betrag von Euro 2 000 fließt in das alljährliche Sommerfest. Last but not least entfielen auf attraktivitätssteigernde Maßnahmen für das Hallenbad Tenever Euro 10 000,--. Über das Großprojekt Kinderatelier Tenever, für das bereits Euro 45 000,-- reserviert worden sind, fiel keine Entscheidung. Es steht im Kontext mit einem angedachten Umzug der Projektgruppe in neue Räumlichkeiten. Die Suche nach Alternativen geht weiter.
Projektgruppe Tenever
Wolfgang Plessow
19. Mai 2003
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