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Seestern als Wegweiser im Quartier?Eines der „attackierten“ Projekte: die Umgestaltung der Außenanlagen Otto-Brenner-Allee 48 / Pirmansenser Straße 9 + 11. Obwohl die Akteure der Stadtteilgruppe von den durch die Architektin Julia Jalaefar vorgestellten Plänen mit dem Seestern als zentralem Element absolut überzeugt waren, bereitete ihnen die finanzielle Seite arge Kopfschmerzen. Denn die Deckungslücke zur Realisierung des Projektes beläuft sich auf 80.000 € bei Gesamtkosten von insgesamt 160.000 €.
Aufgrund der Dimension des auch zu finanzierenden offenen Betrages verständigte sich die Stadtteilgruppe zwar grundsätzlich auf ein Ja zum Plan. Aber sie räumte sich eine Überlegungsfrist bis zur endgültigen Beschlussfassung von weiteren Geldern für das Projekt bis zur nächsten Sitzung am 27. August ein.
Widerspruch regte sich auch gegen die Bereitstellung von WiN/ Soziale Stadt-Mitteln in Höhe von 10.000 € für einen Mannschaftsbus der Jugendfeuerwehr Osterholz. Dies allein schon aus formalen Gründen, weil der Ort der Maßnahme außerhalb des Quartiers liegt. Aber die Argumente des Sprechers der Jugendfeuerwehr überzeugten insofern, als der Mannschaftsbus „auch für Tenever wirksam“ werden könnte. Er erklärte spontan seine Bereitschaft, bei Festivitäten und sonstigen Veranstaltungen im Quartier Flagge zu zeigen. Und außerdem sei die Jugendfeuerwehr noch aufnahmefähig und könne Jugendlichen im Alter von zehn bis 17 Jahren Schulungen und andere sinnvolle Freizeitaktivitäten bieten.
Das eindrucksvolle Plädoyer des Feuerwehrmannes konnte gleichwohl eine Akteurin der Stadtteilgruppe nicht in letzter Konsequenz überzeugen. Sie braucht einfach „noch Zeit zum Nachdenken“. Ein Beschluss zur Mittelvergabe war somit nicht möglich, denn ohne Konsens läuft in dem lokalen Gremmium nichts.
Einstimmig beschlossen wurden hingegen die folgenden Projekte: 2.000 € für eine öffentlich zugängliche Kneipp-Anlage für Alt und Jung auf dem Gelände der Egestorff-Stiftung; eine fest verankerte und sehr stabile Beachvolley-Anlage mit „dauerhaftem Netz“ am Bultensee schlägt mit 2.700 € zu Buche. Für die Renaturierung des Embser Mühlengrabens bestand der Wunsch nach 5.200 € aus dem Programm WiN/Soziale Stadt, doch gewährt wurden schließlich nur 3.000 €. Aus dem gleichen Topf fließen für die Schulhof- Umgestaltung des Schulzentrums Koblenzer Straße 10 000 €. Wegen aktueller Baumaßnahmen für die „Halle für Bewegung“ nicht sofort, sondern im Zusammenhang mit der Grundsanierung der Schule in 2004.
Weiter beschlossen wurde ein neues Mädchen-/Frauenprojekt mit 4.000 € der Interkulturellen Werkstatt - explizit für moslemische Frauen, die sich ansonsten nicht in eine offene Gesellschaft trauen und nicht „aus ihren vier Wänden heraus zu bekommen sind“. Des weiteren sind zwei neue Projektideen von Quartier e.V. vorgestellt worden, für die als Anschubfinanzierung 4.000 € beschlossen wurden. Eine Projektidee heißt „ZeichenSprache“ und wird dezentral mit der Stadtteilbibliothek an der GSO durchgeführt: Aktionen in und um Bibliothek herum sollen die Attraktivität der Einrichtung unterstreichen.
Das andere Projekt trägt den Arbeitstitel „Dazwischen“, und zwar handelt es sich um das Bespielen von freien Räumen mit Leuten aus dem Stadtteil und Künstlern inmitten der Hochhäuser mit Theater, Performance et cetera. Zuletzt wurde die seit längerem auf Realisierung wartende Freiraumplanung rund um den Teneversee beschlossen. Für den Anschub aus WiN-Mitteln sind 20.000 € beschlossen worden, die noch um erhebliche Zuwendungen aus der Stiftung Wohnliche Stadt ergänzt werden. Geld, das u.a. dem Herrichten von Sitz- und Angebotsspielecken, neuen Kartentischen sowie Steinschütten rund um den Tenever-See dient
Im Sitzungsverlauf ging´s freilich nicht nur um Moneten. Aufmerksamkeit verschaffte sich Jens Görtz (MdBB) mit der Information zum konkreten Bau der Weiterführung der Straßenbahnlinie 1 in dieser Legislaturperiode: von der Endstation bis zum Weserpark und weiter zum Bahnhof Mahndorf und perspektivisch via Zugverkehr nach Bremencity. Die Stadtteilgruppe forderte er auf, sich rechtzeitig in die auf Hochtouren laufenden Planungen der Ämter einzuklinken.
Eine brandaktuelle Botschaft für die Menschen im Quartier stammt von leitenden Mitarbeitern des Wohnungsunternehmens Gewoba sowie dem Reinigungsunternehmen Söffge. Beide Unternehmen wollen gemeinsam zum Ende der Sommerferien mit einer Aktion „Picobello innen“ eine Grundreinigung starten und in den Wohnblöcken und umzu das Quartier auf Hochglanz bringen. Tagtäglich will man drei Wochen lang mit zehn Personen vor Ort die Attraktivität des Stadtteils steigern
Zur bevorstehenden Sanierung Tenever war indes wenig Neues zu vernehmen. Die mit Bewohnern des Quartiers besetzten Arbeitsgruppen Freiraum, Technik und Umzug haben sich formiert und erstmals getagt. Allein aus der AG Umzug stammt diese konkrete Information: Die Gewoba quartiert ihre Mieter aus den Abrisswohnungen nicht einfach mehr in irgendeine Wohnung um, sondern sie präsentiert ihnen vorab in dem neuen Wohnumfeld Musterwohnungen. Diese entsprechen genau dem Standard, den sie nach dem Umzug ins neue Heim erwarten können.
Projektgruppe Tenever - Telefon: 42 57 69
Wolfgang Plessow
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