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Kulturprojekt zum Auftakt der Tenever - Sanierung

So zeigten sich Bürger-/innen aus Tenever tief betroffen von der unlängst veröffentlichten Gewaltstudie an Bremer Schulen und wollten wissen, ob in ihrem Quartier ähnliche Zustände herrschten: ob die Schüler der Bildungseinrichtungen im Quartier Tenever vielleicht auch Waffen mit sich herumtrügen.

Schulleiter Uwe Hehr konnte die Frager beruhigen. Denn „ Schule ohne Gewalt“ werde in Tenever seit geraumer Zeit großgeschrieben und sei de facto zurzeit kein akutes Thema. In Jugendforen und Arbeitsgemeinschaften werde es regelmäßig angesprochen und bearbeitet. Viele präventive Projekte befaßten sich mit dieser Problematik. An der GSO (Gesamtschule Ost) wurden beispielsweise Jugendliche in Aufbauseminaren zu Konfliktschlichtern ausgebildet. Das Schulzentrum Koblenzer Straße entwickelt sich derzeit zur Ganztagsschule. Besonders wichtig sind in diesem Kontext die interkulturellen und sportlichen Angebote, wie beispielsweise die Tenever-Liga.

Zu einem zentralen Tagesordnungspunkt, nämlich der Sanierung, berichteten die Mitglieder der Stadtteilgruppe in den Arbeitsgruppen Technik, Freiraum und Umzug der OTG unisono, dass „es arbeitet“. Konkrete Ergebnisse würden zu einem späteren Zeitpunkt vorgestellt. Zu den drei AG´s mit Bürgerbeteiligung formiert sich eine vierte – eine, die sich mit Gemeinschaftsräumen im Rahmen der Sanierung befaßt.

Manfred Born, wissenschaftlicher Mitarbeiter vom POLIS-Institut der Hochschule Bremen, nimmt sich dieser wichtigen Aufgabe an. Bereits am 01. Oktober wird er mit interessierten Bewohner/innen als Kooperationspartner der Projektgruppe im Bewohnertreff in der Pirmasenser Straße 20 das Feld sondieren und nach tragfähigen Lösungen in Sachen Partyräume etc. forschen.

Mit dem Abriß des ersten Blocks – dem sogenannten Kesslerblock – im Rahmen der Ende des ersten Quartals 2004 beginnenden Sanierung Tenevers muß nach Meinung der Projektgruppe, OTG/Gewoba und Quartier e.V. ein deutliches Zeichen für einen Neubeginn gesetzt werden. Ein verheißungsvolles Grobkonzept zum Startschuß der praktischen Sanierung stellte Elke Prieß von Quartier e.V. jetzt vor. Es basiert auf einem drei-Säulen-Konzept: Innen (Bespielen der Innenräume des leer stehenden Hochhauses mit Kindern aus den KTH´s, Horthäusern etc. im Vorfeld des Abrisses); Aussen (z.B. Abseilen, Lasershow, Musik); Fest: eventuell internationales Fest auf den Trümmern des Gebäudes im Sommer nächsten Jahres).

Im Detail sollen die Vorschläge und Ideen der Bewohnerinnen und Bewohner des Events in die professionelle Gestaltung des Festes einfließen. Noch im September wird Konzeptentwicklerin Prieß und die Projektgruppe Ideenfindung einladen. Sie hofft auf möglichst große Resonanz, denn es geht schließlich um die im Kesslerblock lebenden Menschen und den Aufbruch in ein lebenswerteres Quartier Tenever.

Zeitraubend im Verlauf der Sitzung waren insbesondere die Behandlung der Vorschläge der Projektgruppe zur Beschlußfassung über WiN (Bremer Programm „Wohnen in Nachbarschaften“) und das Bund-Länderprogramm Soziale Stadt. Ein Dutzend Projekte galt es im Konsens durch die Stadtteilgruppe zu beschließen, was bis auf zwei gelang. Beschlossen wurden folgende Projekte: Umgestaltung rund um den Teneversee 30 000 Euro, neuer Jugendtreff Hahnenkamp 8 000 Euro, Schulhofumgestaltungen Koblenzer Straße, Pfälzer Weg mit je 10 000 Euro, Schulhof Andernacher Straße 12 000 Euro, Lamellenwand für das Hallenbad und Frauenbadetage 30 000 Euro, Mannschaftsbus Jugendfeuerwehr Osterholz 2 000 Euro, Umgestaltung Otto-Brenner-Allee 48/ Pirmasenser Straße 9+11 Außenanlagen 30 000 Euro, Attraktivitätssteigerung Bultensee 16 000 Euro, Servicebüro im Eingangsbereich Wormser Straße 1 500 Euro und die Platzgestaltung Andernacher Straße 5 000 Euro.

Ausdrücklich von der Stadtteilgruppe begrüßt wurden die jetzt konkret werdenden und vorgestellten Pläne für ein neues Jugendcafé. Durch den bevorstehenden Abriß des alten Standortes im Kesslerblock sind die Jugendlichen dringend um ein neues Domizil verlegen. Volker Schweser vom Senator für Bau, Umwelt und Verkehr wird sich zusammen mit der Projektgruppe um eine finanzielle Unterstützung bemühen.
Allerdings müssen die vorgestellten Pläne und der Standort ( angedacht: bei der Skateranlage der GSO) im Detail noch mit allen Beteiligten, Anwohnern, Jugendgruppen, Schulen, Sozialzentrum Osterholz etc. weiter bearbeitet werden.

Projektgruppe Tenever
Wolfgang Plessow


 
 
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