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Viele Ideen in Tenever.......Die Kinder im Kindergartenalter haben nicht genug Räume. Jetzt erfuhren die Eltern, dass sogar das vorübergehende Notquartier in der Evangelischen Kirche St. Petri nicht mehr möglich ist: der Eigenbedarf der Kirche ist durch die Beratungsangebote für Kinder und Jugendliche, insbesondere auch durch die Kooperation mit dem Gehörlosenzentrum größer geworden. Die Kita Andernacher Strasse sucht nun händeringend bis zum 1. August 2005 wieder Räume für einen Teil der Kinder, die seit dem Brand an verschiedenen Orten untergebracht sind, sonst "hängen die Kinder in der Luft". Die Stadtteilgruppe bekräftigte die Notwendigkeit des Wiederaufbaus.
Die Bewohner des Wohnblocks Neuwieder Strasse 46-52 sehen einer unsicheren Zukunft entgegen, sie hoffen und bangen, da das Taktieren der Banken zu diesem in der Zwangsversteigerung stehenden Objekt für die Mieter unerträglich ist. Andere Mieter wissen nicht "wo demnächst saniert und wo abgerissen wird". Die immer wieder verschobenen Planziele verunsichern die Menschen. Auch die Perspektive, dass es ganz intensive Verhandlungen auf verschiedenen Ebenen zum Gesamtkonzept gibt, konnte sie nur kurzfristig beruhigen.
Nur die begrünte Fläche des ehemaligen Kesslerblocks und das Plakat der GEWOBA an der Ecke Neuwieder Strasse zur "Neugestaltung" - passend zu 150 Jahre Litfass? - ist "ein Lichtblick". Dringend angemahnt wurde von vielen BewohnerInnen deshalb jetzt die Fortsetzung der Sanierung Tenevers.
Viele Bewohnerinnen und Bewohner empörten sich zudem über die einseitige Darstellung der Sanierung Tenevers in der Spiegel TV-Sendung bei VOX und Sat 1. Die Berichterstattung sei "einseitig" und "bitter" gewesen, sie habe "schlechte Bilder transportiert". Es kamen "keine Migranten vor", "keine sanierten Wohnungen", "keine Einrichtungen", "kein Netzwerk", kein Win- Soziale Stadt und Los Projekt mit engagierten BewohnerInnen". Tenever sei "doch auch Themenvielfalt und Perspektive".
So wurde die Projektgruppe gebeten, einen höflichen und sachlichen Brief an den Chefredakteur von Spiegel TV zu schreiben mit der Bitte, auch die andere Seite Tenevers zu zeigen. Sie seien "den TeneveranerInnen etwas schuldig, der einseitige Bericht wird den Menschen in Tenever nicht gerecht."
Dennoch gab es viele Ideen mit Perspektiven und dreizehn Beschlüsse für spannende Projektideen aus WiN-Mitteln, Soziale Stadt und LOS mit dem Schwerpunkt Kinder, Jugend und Integration.
Das neue Präventionsprojekt "Kinder stark machen" hat z.B. das Ziel, Kindern das selbständige Erkennen von Gefahrensituationen nahe zu bringen und kindgerechte Abwehr- und Verhaltensweisen zu üben. PolizeibeamtInnen werden mit Kindern in der Grundschule 3 und 4 gezielt arbeiten, um durch Sensibilisierung der Kinder, Eltern und LehrerInnen Tatgelegenheiten, z.B. sexueller Mißbrauch, zu reduzieren und Kinder altersgescht aufzuklären. Die Stadtteilgruppe beschloss und empfahl, mit dem bewährten Netzwerk vor Ort zusammen zu arbeiten.
Zwei Projekte des "familienorientierten Integrationstrainings" des MigrantInnenrats (migra) wenden sich an Familien, die aus unterschiedlichen Herkunftsländern stammen und genau wie die einheimische Bevölkerung verschiedene Lebensstile, Biografien und Lebensformen mitbringen. Ziele der Projekte sind Spracherweiterung und Stärkung der Sprachsicherheit, sowie Erweiterung der Kommunikationskompetenz. Es geht um das Kennenlernen der Einrichtungen, Abbau von Hemmschwellen, Stärkung der Persönlichkeit und elterlicher Kompetenz. Auch wenn beide Projekte inhaltlich gleiche Zielsetzungen haben, wendet sich das eine an russische, das zweite an türkisch/ kurdische Frauen.
"Jugend motivieren, informieren und stärken" bezeichnet ein Projekt des AWO-Beratungszentrums für Migranten in Tenever. Unter den Aspekten Berufsorientierung und Kompetenzstärkung werden Kurse angeboten, die sich an junge Migranten im Alter von 12-27 Jahren wenden und Orientierungshilfen für zielgerichtete Vermittlung von Jugendlichen mit Migrationshintergrund in den Ausbildungs- und Arbeitsmarkt geben.
Weitere Anträge zur Beschäftigungsförderung junger Menschen in Tenever, Beratung und Hilfestellung bei Bewerbungen, Qualifikation für EDV-Kompetenzen und Alphabetisierungskurse für Frauen verschiedener Nationalitäten wurden beschlossen.
Auch die engagierte Präsentation des Spielflächen-und Hofprojektes Lausanner Strasse vom Nachbarschaftsverein Bultenweg war überzeugend, wurde beschlossen und kann beginnen. Das Projekt dient der Nachbarschaft in der Wohnanlage mit vielen Kindern. Mit aktiver und aktivierender Bewohnerbeteiligung der Mieter und insbesondere der Kinder soll eine verbesserte generationsübergreifende Situation in den Höfen erreicht werden.
Starten kann auch, dank der konsensualen Beschlussfassung über WiN-, Soziale Stadt und Los-Mittel, die Jugendleiter-Ausbildung "Juleica". Gebaut werden kann die Außentreppe und Hochebene des stark frequentierten Kinderbauernhofes. Frauen aller Nationalitäten in Tenever können sich auf die Schiffahrt freuen, die von dem Arbeitslosenzentrum und der AG Frauen beantragt, geplant und genehmigt ist.
Auch wenn "es fest steht, dass nichts feststeht in Tenever", die Menschen behaupten sich hier, sie gestalten das Zusammenleben - jeden Tag neu, mit viel Engagement und Ausdauer!
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