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Paris gibt zu denken: Paris gibt zu denken

Ich sehe vier Faktoren, warum die „Vorstadt“ Tenever keine Pariser Banlieue ist:

1. Es ändert sich sichtbar etwas im Quartier: Sanierung der Häuser und Abriss der „schlimmsten“ Blöcke.
Das Ganze wird ergänzt um die quartiersnahen, bewohnerorientierten Projekte aus den Programmen Wohnen in Nachbarschaften, Soziale Stadt sowie LOS, über die im Quartier selber entschieden wird.
2. Hier gibt es viele "Ernstnehmer" der Jugend (und auch der Kinder und Erwachsenen). Damit sind neben der Stadtteilgruppe und den sozialen Einrichtungen und Initiativen vor allem auch viele ehrenamtlich engagierte Bewohner/innen aller Nationalitäten gemeint, die mit Gesprächen, Beratung und Projekten nah an der Jugend dran sind. (Diesen Samstag mit einem internationalen Zuckerfest - eine Freude für Kinder aller Nationen).
3. (Noch) eine sehr gute soziale Infrastruktur, die vernetzt arbeitet (also z.B. im Jugendbereich: drei Jugendeinrichtungen, Straßensozialarbeit, Halle für Bewegung und, und)
4. Und schließlich die Möglichkeiten der Partizipation: Eine offene Stadtteilgruppe, wo sich jetzt fast monatlich 70-100 Leute treffen (BewohnerInnen und Verantwortliche aus Politik, Wohnungswirtschaft, Verwaltung und sozialen Einrichtungen) und den Quartiersdiskurs führen. Dabei stehen die Bewohner/innen im Mittelpunkt. Die Stadtteilgruppe ist ein Forum für die Menschen, wo sie ihre Sorgen und Ideen loswerden können - und damit ernst genommen werden. Ihre Anliegen bekommen so eine bremenweite Stimme. Nicht von ungefähr nehmen regelmäßig auch Jugendliche / Jugendgruppen an den Stadtteilgruppensitzungen teil, um ihre Sorgen und Wünsche zur Quartiersentwicklung einzubringen und auf ihre Bedürfnisse aufmerksam zu machen.

Daher sind wir guter Dinge - und gleichzeitig wütend und besorgt: über Bildungsbenachteiligung wie uns PISA zeigt, nicht ausreichende materielle Absicherung; Umzugsaufforderungen, katastrophale Lehrstellensituation für unsere Jugendlichen, Kinderarmut und zunehmendes Nichtberücksichtigen der Belange der Benachteiligten, Kürzungen im Kinder- und Jugendbereich.

Grundlegende Änderungen sind notwendig.


Wer mehr über die Situation im Quartier Tenever und insbesondere auch die Partizipationserfahrungen der Jugendlichen erfahren will, sollte den Bericht „Jugendliche erobern Räume“ von Joachim Barloschky lesen, den er für die AG Jugend Osterholz-Tenever auf einem internationalen Arbeitstreffen in Berlin gehalten hat.

 

Downloads


Referat Barloschky Berlin  (jugendlicheberlinreferat.doc) Referat Barloschky Berlin
Pariser Banlieues  (bericht aus den banlieues von paris.pdf) Pariser Banlieues
 
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