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Von Chonakais in Japan und in Tenever: Von Chonakais in Japan und in Tenever

Jetzt erzählte er den Teneveranern im rappelvollen Cafè Gabriely in Bild und Wort von seiner Reise in dieses hochmoderne
Land, denn "Ihr Teneveraner seid es, denen ich die Reise zu verdanken habe - Ihr die Ihr seit 15 Jahren mit der Stadtteilgruppe aktiv seid, aktuelle Fragen diskutiert, Forderungen und Wünsche äußert an die Politiker, Verwaltung, Initiativen und Einrichtungen und mitbestimmt - und genau darüber wollten die Gastgeber mehr erfahren".
Das Mütterzentrum Osterholz-Tenever hatte dazu ein fernöstliches Ambiente geschaffen, das die Bewohnerinnen und Bewohner eintauchen ließ in eine "andere Welt": mit japanischen Assecoires, Origami, grünem Tee, Sushi aus eigener Küche, Stäbchen und kleinen "landesüblichen Gastgeschenken".

Mit über 4000 Inseln, insgesamt 127 Millionen Einwohnern (davon 12 Mill. In Tokio; 3.6 Mill. In Yokohama) ist Japan reicher und höher als Deutschland. Die Spaltung der Gesellschaft in arm und reich ist nicht so offensichtlich aber vorhanden - auf "höherem Niveau " und genauso kapitalistisch. Aber die Menschen verdienen mehr, sind sehr diszipiniert und sehr höflich.
Überraschend war, dass die Stadtverwaltung in Yokohama für bürgerschaftliches Engagement 32 Mitarbeiter eingestellt hat . 2-3% Ausländer leben z.B. in Yokohama, aber doch gibt es gerade für diese "Japanisch für Ausländer", Dozentin ist eine Muslimin mit Kopftuch. Und in jedem Stadtbezirk gibt es ein Zentrum für Bewohnerengagement.
Bremen kennt in Japan jedes Kind, denn die "Bremer Stadtmusikanten " stehen in der "Fibel" für Schulanfänger. Dass der Esel, der Hund, die Katze und der Hahn aber die erste interkulturelle Selbsthifegruppe bildeten, die sich solidarisch für ihre Interessen einsetzte, das war neu und spannend für die Japaner - denn Joachim Barloschky berichtete an der Universität und bei den Chaonakais von den Menschen aus Bremen/ Tenever, ihrem Engagement, ihren Sorgen und auch von ihren Freuden und Erfolgen.
"In Tenever sind wir so wie überall in der Welt, wie in Yokohama oder wo auch immer: wir lachen und weinen, wir lieben und hassen, wir hoffen und verzweifeln, sind apathisch und voller Power - wir sind wie Sie".
Er hob aber hier wie dort die Besonderheiten hervor, das Engagement und die Vernetzung. Das Programm aller sieben Ressorts, ausgelegt für die benachteiligten Quartiere/ Ortsteile WiN-Wohnen in Nachbarschaften, das Investitionsprogramm "Soziale Stadt" für Quartiere mit besonderem Erneuerungsbedarf und LOS Lokales Kapital für Soziale Zwecke. Auf besonderes Interesse stießen die Beteiligungsmöglichkeiten bei dem Programm WiN, sowie die Mitbestimmungsrechte bei der Geldvergabe im Quartier und das Konsensprinzip.

Da in Japan nur ca. 1/10 der Fläche bebaut werden kann, konzentriert sich das Bauen auf engstem Raum: Steht jedem Bremer Bürger 38,5 qm pro Person zur Verfügung, ist es in Japan 20 qm. Hochhäuser überall, das höchste ist 273 m hoch mit "gigantischem Ausblick". Dagegen ist Tenever mit seinem höchsten 21 stöckigen Hochhaus ein internationales Dorf. Spannend auch, dass auf einer Werftbrache ähnlich wie die AG Weser ein Riesenzentrum errichtet wurde.
Bis auf den Linksverkehr und das subtropische Klima ist vieles ähnlich in Japan, besonders die "Tenevers in Japan" mit Kinder- und Seniorenfesten und -projekten und vielen Bewohnerinitiativen. Im Gegensatz zu denKrause-Blöcken hier, ist dort alles tip top in Ordnung und die Quartiere sind nicht so kinderreich wie Tenever, daher gibt es eher Seniorentreffs. Japaner sind die Menschen mit der höchsten Gesundheit und dem höchsten Alter berichtete Barlo.
In diesem hochkulturellen Land Japan steht in jedem Kindergarten ein Piano, für die musikalische Früherziehung in einem musikalischen Land!
Katastrophenschutz ist überall, ob im Ortsamt, in der Bürgerinitiative, Amt für Soziale Dienste - Notausrüstungen sind überall präsent - es ist eine zentrale Frage für Japaner: der 17. Januar 1995 in Kobe mit 10.000 Erdbeben-Opfern ist noch sehr nah, der Taifun immer im Nacken. Das "Tenever von Kobe", Bezirk Mano, hat inzwischen Netzwerke, Mütterzentren, Werkstätten, Selbsthilfegruppen mit Freiwilligen und gemeinsames Essen für Senioren geschaffen. (Anmerkung: Die Stadtteilgruppe Tenever hat vor 10 Jahren eine Spende nach Kobe geschickt, die gut im Kindergarten in Kobe-Mano angelegt wurde). Zwar ist die soziale Dramatik gerade hier zu sehen, aber mit Haussprechern, Ansprechpartnern und selbstorganisierten Bewohnern. Die Probleme in Kobe-Mano deutlich zu spüren und je mehr die Spoaltung der gesellschaft fortschreitet - hier und dort- je mehr müssse man besorgt sein.
Bürgerschaftliches Engagement? Sehr bedeutsam ist es in Japan! Es gehört dazu!

Ein gelungener Nachmittag mit beeindruckenden und angeregten Gästen und mehr Lust auf mehr Japan? Vielleicht kommt Professor Navata, der die Kontakte nach Bremen hält, ja auch mal mit Vertretern des Bezirks Kobe-Mano nach Bremen?

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