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Offene Augen und Ohren für den Bremer Stadtteil TeneverJoachim Barloschky, Projektgruppe Tenever, hieß nach dem Rundgang die Gäste und alle Akteure, die in dem Statteil leben, arbeiten oder Verantwortung haben in der Interkulturellen Werkstatt Tenever, im Cafè Mosaik "Willkommen".
Ehrenamtliche Helfer hatten in der Interkulturellen Werkstatt marokkanischen Tee und herzhaftes marokkanisches Mittagessen vorbereitet.
Mit einem Brecht-Zitat eröffnete er die Diskussionrunde
"Die große Decke
Der Gouverneur, von mir befragt, was nötig wäre
Antwortete: Eine Decke, zehntausend Fuß lang
die die ganzen Vorstädte einfach zudeckt".
"Nein, Bremen wird die Probleme Tenevers nicht einfach "zudecken", nicht ignorieren, wir wollen die Entwicklung auch nicht zurückdrehen, sondern weiter entwickeln" lautete dazu Bürgermeister Böhrnsens Plädoyer.
"Wir alle hier", so Joachim Barloschky, " bekennen uns zu dem Stadtteil und zu den Menschen. Wir bringen Projekte mit WiN/Soziale Stadt und LOS voran zur Verbesserung der Lebenssituation und des Lebensumfeldes der Menschen - wir machen das auf basisdemokratische Weise im Konsensprinzip. Das klappt gut - und - wir ermöglichen bürgerschaftliches Engagement.
So gut wir sind, so wenig können wir gegen die gesellschaftlichen Verhältnisse wirken.
Da ist Politik gefragt: was ist das für eine Gesellschaft, in der 25.6 % unserer Kinder in Bremen unter Armutsbedingungen leben, über 8000 Familien überschuldet sind?
Reale Dramen spielen sich täglich hier ab und deshalb sind Armut und Gerechtigkeit die zentralen Themen unserer Gesellschaft".
"Wir dürfen uns nicht damit abfinden, dass so viele Kinder so sozial abhängig sind, wir müssen dafür sorgen, dass es gleiche Chancen gibt und Gerechtigkeit. Es ist kein Naturgesetz, man kann es also verändern, vor allem dürfen wir nicht darüber schweigen" erklärte darauf der Bürgermeister unter Beifall.
Zwar wurde über Erfolge gesprochen, zu denen der für das Frühjahr durchgesetzte Hallenbaderweiterungbau Tenever, der Erhalt des Krankenhauses Ost, die Halle für Bewegung, der Fortbestand der Bibliothek und die GEWOBA gehören.
Viele Fragen brannten aber den Bewohnern und Aktivisten auf der Seele: eine Lösung für den Fortbestand der ULE/ Umweltlernwerkstatt forderte Michaela Dinkel. Für die Erwerbslosen machte sich Gabi- Grete Kellerhoff vom Arbeitslosenzentrum stark. Viele Menschen in Tenever sind erwerbslos, das liege aber nicht an den Menschen - sie wollen arbeiten - sondern an der wenigen Arbeit.
Hartz IV sei keine Lösung, zumal wenn die Mieten nicht übernommen werden, Menschen wegziehen müssen und eine gesunde Durchmischung der Bevölkerung fraglich wird, stimmten weitere Gäste zu.
Die dramatische Situation des Alkoholfreien Jugendcafès beschrieb Birute Freimuth und fragte nach den Möglichkeiten der Bewilligung der Planungsmittel in der jetzt "haushaltslosen Zeit". "Wir waren die ersten die aus dem Kessler-Block raus mussten. Mit 70 Jugendlichen sitzen wir seitdem in einem 30 Quadratmeter großen Zimmer in der Neuwieder Strasse 23, die Planungen für den Neubau vor der GSO sind fertig. Aber es wird nichts bewilligt. Erklären Sie das mal den Jugendlichen!"
Einen werbenden Appell richtete Ingrid Reichert (MdBB, SPD) an die politisch Verantwortlichen, Win und LOS weiter zu führen. Mit ganz wenig Geld, werde ganz viel gemacht, Probleme abgefedert" und Hafid Catruat wünschte sich, "mehr zu investieren - die Menschen haben es verdient. Tenever ist über die Grenzen hinaus bekannt und beispielhaft für praktische Integration."
Es gibt WiN- Ausnahmeregelungen, die aber genau geprüft werden müssen, Ausnahmen wie für das Alkoholfreie Jugendcafè seien denkbar, antwortete Jens Böhrnsen.
"Ich mache keine Versprechungen", ermutigte der Bürgermeister zum Schluss, "aber ich nehme vieles mit. Angebote könnten gebündelt werden, "Agenturlösungen" strukturell erhalten bleiben, - und ein Stadtteil sei so stark wie sich die Menschen dafür engagieren.
"Tenever hat ganz viel Kraft und Lebendigkeit"
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