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Atelier Mobile in Tenever

Allen gemeinsam ist, daß sie lernen und besser ins Berufsleben einsteigen wollen. Manche sind ohne Abschluß und möchten den Einstieg in die Erwachsenenschule erlangen. Ein Anderer konnte die Ausbildung nicht beenden, weil er in Friedland im Übergangslager lebte - Schiffbautechnik aber ist sein Traum, EDV-Kenntnisse sind gut vorhanden und die Kunst des Zeichnens "bringt ihm viel".
Zwar ist auch mal ein "Querschläger" dabei, aber das Grundprinzip des Studiums, das vertiefende Ergründen, wird in dieser Gruppe geübt, "der locker gestaffelte Druck aus Richtlinien und ein bisschen Freiheit" sogar sehr geschätzt.

Remigiusz Borda leitet in Kooperation mit der bras/ Team 1 die mobile Atelier-Werkstatt. Er ist selbst Künstler, ist gebürtiger Pole und wurde dort und in der BRD mit vielen Förderpreisen für Lyrik, Poesie, Fotografie, Malerei und sozialer Künstlerförderung ausgezeichnet. Sein Schwerpunkt ist die Kunst des Undergrounds, der Hoch- und Stadtteilkultur, die ihn auch in New York und Santiago de Chile kreativ arbeiten ließ. Dort lernte er die soziale Vernetzung der Menschen untereinander in Umbruchsituationen und deren Potentiale kennen. Sein Anliegen hier ist, die Potentiale für junge Menschen zu entdecken, damit "sie wieder am Boden stehen" . "Alles was jung ist, ist fließend" und "wo alles zerfällt, wächst auch sehr viel", philosophiert der Künstler und Lehrer dieser abstrakten Lehre, die sowohl Therapie als auch Orientierung ist für die, die mit ihm zusammen arbeiten. Das was wir haben, sind Beziehungen und Gedanken und diese positiv auszuschöpfen, ist das Ziel.

Die Begegnung mit der Kunst sensibilisiert zur Flexibilität und eröffnet die Chance,in eine andere Gedankenwelt zu kommen. "Hilfen bei Bewerbungsschreiben, Wecken von Interessen und Kompromissbereitschaft lassen einen anderen Blick auf die Realität zu" beschreibt Nicole ihr Engagement und Julia "ist sicherer und bewußter geworden".
Riab aus dem Libanon hat keine Ausbildung, möchte im medizinischen Bereich arbeiten und hat wegen ihres Kopftuchs große Schwierigkeiten, einen Ausbildungsplatz oder Praktikantenstelle zu bekommen.
Ihr Ziel ist die Erwachsenenschule und die Realschule.

Die Erfolgsquote ist gut: ein Jugendlicher bekam bereits einen Ausbildungsplatz bei einem nahegelegenen Baumarkt, ein anderer bekommt am 1. Juni dieses Jahres eine ABM-Stelle, andere sind innovativ innerhalb eines Ein- Euro-Jobs. Victoria möchte Friseurin werden, hat die Schule immer als Zwang empfunden und lernt jetzt mit Lust. Tatjana arbeitet sehr genau, hat bereits während eines Praktikums in einer Textilwerkstatt anspruchsvoll gearbeitet. Riab trägt "freiwillig Kopftuch", hat reiche EDV Kenntnisse und möchte in medizinischen Bereich arbeiten - bisher ist sie immer wieder bei ihren Bewerbungen abgewiesen worden. Sie hofft jetzt mit einem "mehr" an Ausbildung und künstlerischem Feinsinn, Chancen zu haben. Imas Hobby war immer Kunst, mit Bleistift zeichnet sie sehr ausdrucksvoll und professionell. Künstlerin zu werden, ist ihr Ziel, um dazu zu lernen und Bilder zu schaffen, die anderen Menschen gefallen. Das Kopftuch das auch sie trägt, soll sie in ihrem Beruf dann nicht hindern." Wir versprechen nicht, Künstler zu werden" ist sich Remiguesz Borda sicher, "aber wir fördern die Beobachtungsgabe, die Grundmuster des Denkens, die Freiheit, für sich gestellt zu arbeiten und zu gestalten".

"Wege für die Zukunft, Kreativität und neue Gedanken eröffnen " ist das Credo dieses sozialen Projektes "Atelier Mobile ". Beeindruckend die Begeisterung und die zufriedene Aktivität der Teilnehmerinnen.
Beeindruckend auch die Arbeit Remigiusz Bordas, die Fähigkeit, Bilder zu malen, die die Menschen bewegen, erfreuen, nachdenklich machen und Menschen einbeziehen.
" Ich bin da wo die Menschen sind" sagt er und er bleibt bis Frühjahr nächsten Jahres in Tenever - einem Ort des Umbruchs und des Aufbruchs.




 
 
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