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Viel erlebt und viel bewegt

Die Stadtteilgruppe ist berühmt dafür, dass wirklich alle Themen ihren Platz finden, die die Menschen vor Ort bewegen; sie ist berühmt für die Mitbestimmungsmöglichkeiten über das Quartiersbudjet, über öffentliche Steuermittel aus den Programmen WiN und Soziale Stadt und LOS;
berühmt auch für das Arbeitsprinzip der Konsensbildung, die viel Anerkennung einbringt.

Dass Tenever ein Vorzeigequartier ist und die Arbeit der Stadtteilgruppe auch hohen politischen Respekt genießt, konnten die Teneveraner und Osterholzer gleich zu Beginn des Jahres 2006 spüren:

Im Januar startete Bürgermeister Böhrnsen seine "Stadtteil-Tour" in Osterholz, nicht zufällig, sondern ganz bewußt, weil dieser Stadtteil in seinen Worten etwas Besonderes ist: Osterholz ist engagiert und hier gibt es ein buntes und respektvolles Miteinander. Die Stadtteilgruppe trägt hierzu einen großen Teil bei. Er ließ sich durch das Hochhausquartier führen und machte sich ein Bild von den Fortschritten der Sanierung und der Arbeitsweise der Stadtteilgruppe.
Lob und Anerkennung bekam die Stadtteilgruppe im Januar auch vom GEWOBA-Vorstand: Der Vorstandsvorsitzende Klaus Stadler informierte über 100 interessierte Stadtteilgruppenbesucherinnen über die weitere Planung der Sanierung, Neuerungen, Eigentümerwechsel Neuwieder Strasse 44-56, Abriss und Perspektive.
Für alle die sich für das Hallenbad Tenever eingesetzt haben, kam die Neuigkeit zu Jahresbeginn: das Hallenbad wird bleiben und bekommt sogar noch einen Anbau!

Der Februar war voll gepackt mit ernsten Themen, aber im Mittelpunkt stand das Thema "Kinderarmut". ExperInnen vom Schulprojekt Walliser Strasse gaben eine beispielhafte und beeindruckende Präsentation. Sie zeigten, was es bedeutet, unter Hartz-IV-Bedingungen zu leben.

Im Zuge der Haushaltsverhandlungen wollte Bremen im Februar das WiN-Budjet der 10 Gebiete kürzen. Noch härter traf die Nachricht, dass Tenever keinen Cent WiN- oder Soziale Stadt Geld sehen würde, solange nicht der Bremer Haushalt beschlossen sei im Juni. Wie sollte die Überbrückung ohne Garantie, danach Geld auch wirklich für Projekte zu erhalten, funktionieren?

Hier hat die Stadtteilgruppe Tenever große Schlagkraft und Einigkeit bewiesen mit Presseerklärungen, Zusammenschluss mit anderen WiN-Gebieten und dem Engagement vieler Akteure, ihren Teil an die politisch Verantwortlichen zu tragen. Mit Erfolg!

Im April kam dann die Information, dass für alle WiN- Gebiete eine Ausnahmeregelung durchgesetzt werden konnte und trotz haushaltsloser Zeit ab sofort wieder Mittel aus den Programmen WiN und Soziale Stadt bewilligt werden, das stärkte und machte handlungsfähig.

März/ April/Mai: Im Mittelpunkt standen Bewohnerversammlungen und Seminare und die Arbeit am IHK (Integriertes Handlungskonzept) als "Richtschnur" für die Arbeit rund um die Programme WiN und Soziale Stadt. Mittlerweile ist es geschafft!
Auch im Hahnenkamp gab es Bewohnerversammlungen und Feste und seit Oktober geht dort die Quartiersentwicklung dank Sophie Schleinitz richtig voran.

Im Mai und Juni starteten mit jeweils knackigen Kulturprogrammen die Stadtteilgruppensitzungen mit den sehr beeindruckenden Darbietungen des Tenever-CD-Projektes und dem russischen Chor "Raduga".

Ein Höhepunkt im Juni war die Exkursion aller 10 WiN Gebiete nach Tenever. Mit dabei waren auch Bausenator Neumeyer und der Bundestagsabgeordnete der SPD Volker Kröning.
Alle waren sich auch hier einig: am WiN- Geld ist nichts zu kürzen! Die Bewohnerinnen der anderen Stadtteile waren tief beeindruckt von den Fortschritten der Sanierung und dem lebendigen Netzwerk in Tenever.
Wieder haben sich die BewohnerInnen aller Stadtteilgruppen mit einer Presserklärung für bezahlbaren Wohnraum in den Bremer Quartieren an die Politik und Öffentlichkeit. gewandt,

Im Juli stand die Stadtteilgruppensitzung wieder ganz im Zeichen der Sanierung, der Freiraumplanung, Plänen zur Verlängerung der Linie 1, Bau von Aldi und Einweihung des Spielplatzes Pfälzer Weg.

In den Sommerferien brach über die Bewohner der Neuwieder Strasse 1 und 3 große Verunsicherung aus: es kündigte sich Eigentümerwechsel an, zumal beide Hochhäuser nicht ins Sanierungskonzept einbezogen sind. Auf mehreren Bewohnerversammlungen wurden die Menschen informiert, konnten ihre Sorgen und Forderungen stellen.
Mittelerweile ist die Neuwieder Strasse 1 eingerüstet, bekommt einen frischen Anstrich und die gröbsten Mängel werden beseitigt. Die Situation der Neiuwieder Strasse ist weiterhin unklar, hier bleiben die Stadtteilgruppe und die BewohnerInnen dran.
Im August wurden die Sorgen der BewohnerInnen auch prominenten BesucherInnen mit auf den Weg gegeben: Bausenator Neumeyer kam, um sich über den Stand der Sanierung zu informieren, kurz darauf stattete der Staatssekretär des Bundesministeriums Großmann gemeinsam mit Volker Kröning Tenever einen Besuch ab.
Auch hier hinterließ die Arbeit der Stadtteilgruppe großen Eindruck und bekam Anerkennung. Sie verließen Tenever mit einer ganzen Reihe von Forderungen und Hinweisen, was für das Leben im Quartier notwendig ist.

Im September zeigte die Stadtteilgruppe, dass sie sich nicht nur um Themen innerhalb Tenevers kümmert: mit einem Infostand bei der 825 Jahr -Feier Osterholz, einer Fahrt mit BewohnerInnen nach Wolfsburg-Westhagen und sie zeigte mit einem Schreiben die Solidarität mit Gröpelingen gegen die NPD-Demonstration.

Die Oktobersitzung befasste sich mit der Zukunft des Tenever-Zentrums und der Hochebene Ludwigshafener Strasse im Rahmen der Sanierung.

Insgesamt hat die Stadtteilgruppe:
- Rund 80 Projekte diskutiert, im Konsens beschlossen und umgesetzt.
- An der Entwicklung des IHK gearbeitet und startet ins neue Jahr mit der neu erarbeiteten Richtschnur
- An Seminaren und Exkursionen teilgenommen
Umgekehrt Exkursionen und Führungen für Interessierte von außerhalb durchgeführt: u.a. Schweden, Finnland, Japan.
Zahlreiche Besuche aus anderen Städten gab es, Besuche von Studierenden, WissenschaftlerInnen und ForscherInnen, die sich den Stadtumbau und vor allem unsere Form der Bürgerbeteiligung angeschaut haben, soziale Einrichtungen besuchten und mit BewohnerInnen sprachen und Anregungen mitnahmen.
Feste wurden gefeiert und Kultur erlebt.
Die Sanierung wurde kritisch und konstruktiv begleitet
und immer wieder aufs Neue wurde sich gemeinsam für die Verbesserung der Wohn- und Lebensssituation in Tenever eingesetzt! In großen Teilen mit Erfolg, aber leider auch in zentralen Punkten ohne direkte Einflussmöglichkeit. Die Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt kann die Stadtteilgruppe ebenso wenig beeinflussen wie die Verschärfung der Armut. Aber wir setzen die Themen immer wieder auf die Tagesordnung!

Dass auch die Jugendlichen in der Stadtteilgruppe mitmischen, darauf ist die Stadtteilgruppe stolz. Viele Projekte wurden gefördert, die von Jugendlichen angeschoben und z.T. eigenverantwortlich umgesetzt wurden: der Kraftsportraum, Initiativen des Vereins "Wir in Tenever", die Skateranlage, der Neubau des Jugendcafès, der Tanzbattle "Dance 2 be Nr.1" in der Halle für Bewegung und vieles mehr.

Diese Jugendlichen haben in diesem Jahr an vielen Stellen bundesweit für Schlagzeilen gesorgt, denn sie haben eine ganze Reihe Preise "abgeräumt": SchülerInnen Walliser Strasse zu Armut in Bremen und das Projekt "Zeitzeugen- Demokratisch Handeln".
Das SZ Koblenzer Strasse hat den Preis "Schule ohne Rassismus" gewonnen und die Schule Pfälzer Weg ist in der Endauswahl des deutschen Schulpreises. Daumen drücken!
Das zeigt das "wir in Tenever nicht nur auf dem richtigen Weg sind, sondern auch Vorreiter.

Wie sagte doch ein Jugendlicher auf der Stadtteilgruppe so schön? "Ich bin einfach verliebt in Tenever!"

 
 
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