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Ein-Euro-Job - eine Lösung die keine ist.: Ein-Euro-Job - eine Lösung die keine ist.

„Aber diese Arbeit ist immer noch besser als zu Hause sitzen". "Hier arbeite ich im Team und habe Kollegen, es ist auch mal lustig und die Zeit geht voran“.
Resigniert fabuliert ein anderer Älterer "unsere Jahre sind vorbei, es geht nur noch um`s Überleben".
"Es ist wirklich keine Lösung, denn man kann gar nichts planen“, seufzt ein junger Mann, "keine Familie gründen, schon gar keine Kinder in die Welt setzen. Man hat weniger Rechte, bekommt bei der Bank keinen Kredit, kann nicht an kulturellen Dingen teilnehmen - alles kostet Geld" und weiter "wir leisten eine Arbeit wie die anderen, genauso, denselben Stress, geben uns genauso viel Mühe - es ist frustrierend!"

"Fensterputzen, Malern, ein bisschen Technik und Gastronomie - ich bin Mann für alles" freut sich dagegen ein anderer, der im Bürgerzentrum Neue Vahr arbeitet. Jetzt im Bürgerzentrum Vahr mit Jugendlichen zu arbeiten, sei eine große Freude, strahlte ein examinierter Krankenpfleger, der vorher für Behinderte und dann für ca. 40 bettlägerige alte Menschen zuständig war. Nach dem In-Job hat er nun einen 9-monatigen Vertrag "Arbeitsgelegenheit mit Entgeltvariante“. Leider habe er dann keinen Anspruch auf das volle Arbeitslosengeld I nach den neun Monaten, aber er habe eben "jetzt eine kleine Perspektive". Auch gerne mit Jugendlichen arbeitet ein Afghane, der zwar Dipl. Ingenieur ist, sogar anerkannt, aber dann in einer Gärtnerei für ein Jahr arbeitete. "Immerhin ist es mehr als ALG II" sagt er zufrieden "und im Kinder- und Jugendbereich ist viel zu tun".
"Ich arbeite und qualifiziere mich im In-Job, hoffe auf eine Verlängerung und wünsche mir einen unbefristeten Arbeitsplatz" freut sich eine junge Frau. "Seit dem 1. Juni 2006 bin ich über das Netzwerk Tenever/bras e. V beschäftigt. Mein Arbeitsbereich ist die Streetworkarbeit in Tenever. Ich begleite und unterstütze Menschen in besonders prekären Lebenssituationen".
Ein älterer Mann freut sich, dass er von den 147 Euro mehr pro Monat dank des Ein-Euro-Jobs die Medikamente für seine schwer kranke Frau kaufen kann, die von der Kasse nicht übernommen werden und seine Perspektive schätzt er trotz mehrer Umschulungen vom Kfz-Mechaniker zum Brandschutz- und Kommunikations- und Informationstechniker "gleich Null ein, denn wir gehören zum alten Eisen und - welch Ironie - sind überqualifiziert". Hilfsdienste darf er jetzt machen, auch Spätschicht, denn "die Verlässlichkeit, Eigenverantwortlichkeit und Eigenregie wird geschätzt" es ist nur "ein Fest auf Zeit".
Ein junger Mann dagegen packt neu an, nachdem sein erster In-Job Vertrag als Streetworker nicht von der BAgIS verlängert wurde, startete er neu im "Cafè Abseits" in Tenever. Er organisiert u.a. die Lebensmittelvergabe von der Bremer Tafel, Treffen mit "Drops", recherchiert im Internet und arbeitet im digitalen Netzwerk. Er ist sehr zufrieden, da er die "Erfahrungen auf dem ersten Arbeitsmarkt mit Hierarchien und Chefallüren nicht gut aushalten kann, dagegen ist dieser Job sinnstiftend, zumal die Fahrkarte und Mietzuschuss bezahlt wird“.

Die Ein-Euro-Jobs, Segen oder Blasphemie? - Eine klare Antwort gibt es nicht, aber die Hoffnung und der Wunsch auf Integration in eine reguläre, sozialversicherungspflichtige Beschäftigung bleibt bei Jung und Alt. Alle Interviewten betonen, sie arbeiten gerne im Team, in Verantwortung, mit Sinn und zum Zweck, besser und würdiger leben zu können, auch über den 31. Januar 2007 hinaus!

 
 
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