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Begegnung Bremen Tenever und München Hasenbergl

Hasenbergl ist ein Ortsteil am Rande der Großstadt, mit Unterkunftslagern in "Schlichtbauweise", einige wurden abgerissen, andere saniert oder durch Neubauten ersetzt. Es fehlten wichtige Einrichtungen, die Verkehrsanbindung an die Stadt war mangelhaft.
Im Rahmen des Bund-Länder-Projekts "Stadt- und Ortsteile mit besonderem Entwicklungsbedarf "Soziale Stadt" wurde Geld investiert: Im Laufe der Zeit entstand eine Ladengruppe, ein Arbeiterwohlfahrt (AWO)-Dorf mit Kultursaal.
Hasenbergl Nord ist ein Quartier mit nicht ganz so hohem Ausländeranteil wie Tenever, aber mit großen Integrationsproblemen.

Hasenbergl Nord ist arm, 54 % der Haushalte beziehen ihr Einkommen aus der Sozialhilfe: Lt. Süddeutsche Zeitung 12/06 leben die Menschen "am untersten Ende der Wohlstandsleiter", "Haushaltseinkommen erlauben oft nur die notwendigsten Anschaffungen - kein Geld für Ausbildung der Kinder", "nur mit Mühe können die Familioen die Aufwendungen für das Bildungssystem aufbringen, Schulnebenkosten nicht bezahlen - im Vergleich ist das Durchschnittseinkommen in München Grünwald drei Mal so hoch.
Bei einer Befragung Ende 2006 gaben 74% der Bewohner Hasenbergls an, dass die Gesetzesänderung zu Sozialleistungen, Kranken- und Arbeitslosenversicherung, also Hartz IV, eine Verschlechterung bedeutet, für 25% hat sich nichts geändert, eine Verbesserung hat niemand verzeichnet. Probleme haben auch die, die Arbeit haben - Arbeit und Minijobs sorgen offensichtlich nicht zwangsläufig für genügend Geld.

Ein großes Defizit liegt in der Wohn-Monostruktur: es gibt zwar viele relativ ähnliche Wohnungen, aber es gibt keine Arbeits- und Ausbildungsmöglichkeiten.

Neu ist die Einrichtung "Junge Arbeit", eine Einrichtung der Berufsbezogenen Jugendhilfe und arbeitet auf der Grundlage des KJHG § 13. Sie bietet benachteiligten jungen Menschen
in einer Maler-, Schreiner- und Siebdruckwerkstatt Orientierung und Stabilisierung in den betrieblichen Lernfeldern.
Ihr Motto lautet: Junge Arbeit - Niemand kann nichts".

Die Dokumentation ist im Internet unter www.hasenbergler.de einsehbar.

Ähnlich wie Tenever hat Hasenbergl ein Imageproblem: "Dem Image des Hasenbergl abträglich sind immer wieder verzerrende und falsche Presseberichte oder auch Fernsehfilme wie "Ghettokids", in denen die Situation des Stadtviertels völlig schief dargestellt wird. ....Unvoreingenommene Besucher sind meist von der Lage der Wohnungen am Hasenbergl begeistert. Der Grund für das Image des Hasenbergls ist leicht zu erklären: Jede Stadt braucht ein "Glasscherbenviertel" auf das man herabschauen kann" hieß es in München.
Obwohl die meisten MünchnerInnen das Hasenbergl nicht kennen, scheinen viele ein genaues Bild davon zu haben: "Betonstadt, Ghetto, Glasscherbenviertel". Das schlechte Image des Hasenbergls "haftet wie zäher Kleber" an dem Stadtteil und besonders Jugendliche bekommen es zu spüren bei Stellenbewerbungen. Sie werden abgewiesen oder bekommen nie mehr eine Antwort, wenn sie angeben, dass sie in Hasenbergl Nord wohnen. " Man traut sich ja nicht zu sagen: ich wohn im Hasenbergl."

Tatsächlich ist der Ruf Hasenbergls eines der größten Probleme - die Menschen aber, die dort wohnen, schätzen die Ruhe das Wald- und Wiesengebiet, in der Nähe des Arena-Stadions und des Schlosses Schleißheim. "Die Bewohner engagieren und identifizieren sich mit dem Stadtteil.

Anders als in Tenever besteht in München Hasenbergl ein einheitlich aus Bezirksausschussmitgliedern bestehender Untersausschuss "Soziale Stadt", der einen bürgernahen Arbeitskreis eingerichtet hat`und von oben nach unten delegiert. Ein wichtiger, im Arbeitskreis sehr engagierter Bürgervertreter ist Hans Sedlmaier, im Hasenbergl aufgewachsen, der den heute noch bestehenden "Bürgerstammtisch" gründete, um die Viertelbewohner zur Teilnahme an der Stadtteilsanierung zu aktivieren. Tenever ist für sie Vorbild und sie verfolgen das Demokratievorhaben in Tenever, die Bürgerbeteiligung und die Stadtteilgruppe Tenever als Modell mit großem Interesse.

 
Arbeitsgruppe Tenever Hasenbergl Hasenbergl im Gespräch mit den Gästen aus Tenever Im Kindergarten Hasenbergl Gäste aus Tenever vor KIndergarten in Hasenbergl
 
© Stadtteilgruppe Bremen Tenever