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Bemerkenswerte Frauen erzählen aus ihrem ungewöhnlichen und engagierten LebenEs ist der Weg einer "Selfmade-Frau" (nach eigenen Angaben), eine Geschichte des Aufstiegs, des sozialen Engagements und des immerwährenden Strebens nach neuen Ufern. Sie ist die Tochter einer Liebesheirat eines Binnenschiffers/ Arbeiters aus einem kleinen Ort an der Elbe mit seiner Frau, geboren in Hamburg. Die Eltern mußten hart arbeiten. Sie war ein Kind der 40iger und 50iger Jahre, strebsam, die in der Tanzstunde ihren späteren "etwas sperrigen" Ehemann kennenlernte, der ihr damals "noch auf die Füße trat".
Er hatte eine solide Ausbildung, hatte Volkswirtschaft studiert, während sie bei Schicketanz & Company in Hamburg Außenhandelskauf (frau) lernte. Er war der Ansicht, dass sie "noch etwas dazu lernen müsse", versorgte sie mit Geschichts- und Lateinbüchern und sie war der Ansicht "es kann ja nichts schaden" - bis sie heirateten. Sie bekamen zwei Kinder und alles war "ordnungsgemäß".
Doch sie hatte gelernt zu lernen, ging zwei Jahre auf das Abendgymnasium, d.h. frau mußte den Tag organisieren, kochen, machen, tun, Latein und Mathe lernen - dazu war sie "Alleinerziehende", denn ihr Mann machte Karriere in Hamburg und dann in Bremen. Sie machte ein gutes Abitur, folgte ihm nach Bremen. An der Uni studierte sie Jura als die Kinder erwachsener wurden – sie hatten keinen "Schaden erlitten; der Sohn ist ebenfalls Jurist geworden, die Tochter Redakteurin in Kiel". Mit ca. 40 Jahren war sie "fertig mit Kindererziehung, Haus und Hof und eigener Ausbildung und bekam eine stellvertretende Leitung des Sozialamtes in Bremen. Sie lernte dort zu gestalten und dass "ein individueller Fall eine individuelle Lösung braucht", individuelle Hilfestellung und flexible Lösungen - was bei Hartz IV heute nicht mehr möglich ist!
Es entstanden in ihrer Zeit u.a. 2 Frauenhäuser, zwei Häuser für Odachlose, die Werkstatt Bremen expandierte und die Ausbildungshilfe gewann an Kontur.
Den interessiert zuhörenden Frauen in der FGT vermittelte sie die klare Einsicht, dass Menschen nicht in das Sozialamt als Bittsteller kommen sollen, sondern es ihr Recht ist, Leistungen nach- zufragen.
Diese Überzeugungsarbeit wollte sie auch für die Bürger leisten, sie wollte "sichtbare und verborgene Ungerechtigkeit beseitigen", helfen - und bewarb sich um ein Mandat in der Bürgerschaft. 1987 kam sie in das Landesparlament.
Entlang ihrer Sozialisation in der Politik informierte Elke Steinhöfel die Zuhörerinnen über die Aufgaben, die Struktur und die Ziele des Parlamentes: alles was sich im parlamentarischen Raum bewegt, kommt auf die Tagesordnung, Anträge, große und kleine Anfragen werden gestellt - klug oder unklug, rhetorisch gut oder nicht, stotternd oder elegant formuliert. Das Parlament kontrolliert den Senat. Die Abgeordneten genießen Immunitität, d.h. während sie im Parlament sitzen, dürfen sie nicht vor Gericht. - 6 Jahre war Elke Steinhöfel noch in gehobener Stellung im Sozialressort tätig.
Jetzt ist sie aus dem Öffentlichen Dienst ausgeschieden, ihr Eifer und ihr Engagement aber sind ungebrochen. Sie ist ehrenamtlich im Frauengesundheitstreff Tenever tätig, betreut mit die "Suppenküche" , die demnächst einmal im Monat durchgeführt wird und ist beratend in weiteren Initiativen tätig.
Die Veranstaltung ermutigte uneitel, wie mit Engagement, Rückgrat und Mut etwas bewegt werden kann. Auch Frauen die "keine goldene Wiege hatten, sondern Stroh in der Krippe", können aufstehen, kämpfen, nehmen Einfluß, stolpern auch mal, können etwas erreichen, "wenngleich dies für Frauen ohne politische Netzwerke immer noch viel schwerer und anstrengender ist als für Männer".
Die Teneveranerinnen fragten nach, diskutierten und informierten sich im Detail - ein gelungener Auftakt.
Am Mittwoch, den 14.11.2007 von 16:00 bis 18:00 Uhr lädt das FGT zu einer weiteren Veranstaltung der Reihe „Bemerkenswerte Frauen erzählen aus ihrem ungewöhnlichen und engagierten Leben“ ein. Es spricht und diskutiert mit den Frauen Dr. Renate Meyer-Braun, pensionierte Fachhochschulprofessorin, bis 2003 an der Hochschule Bremen tätig, mit dem Schwerpunkt - Zeitgeschichte nach 1945, sozialgeschichtliche Vergleiche BRD-DDR, engagiert für die Gleichberechtigung der Frauen.
Frauengesundheitstreff (FGT)
Koblenzer Strasse 3 A, 28325 Bremen
Tel. 0421 - 40 17 28
Fax 0421 - 40 944 34
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