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Weihnachten im Cafè Abseits in Tenever

In den 90 iger Jahren gab es eine größere Clique von jungen Erwachsenen, die sich "African Boys" nannten. Mangels Anerkennung und fehlender Perspektiven begannen sie zunehmend "Scheiß zu bauen" und erreichten schnell ein Kaliber, das mit "sozialpädagogischen Mitteln nicht mehr in den Griff zu bekommen war: Konsum von Drogen, vor allem aber Dealen mit Drogen, schwere Kriminalität, die weit über die"Beschaffungskriminalität" hinausging, wie Raub, schwere Körperverletzung u.a.
Viele sind in den Knast gekommen, ein Teil ist an den Drogen kaputt gegangen, gestorben.

Einige sind nach dem Knast wieder in Tenever - ihrer Heimat, ihrem Netwerk - angekommen und sie wollten "Nie wieder Knast! Nie wieder Scheiß bauen! Nie wieder Drogen!"

Ihnen wurde mit Hilfe des Quartiersbudgets geholfen, dass sie "sich selbst und uns Teneveranern helfen können". Sie haben zunächst in einem "Abbruch-Haus" 2002/ 2003 einen leerstehenden "verkommenen" Laden zur Nutzung erhalten. Sie haben ihn selbst renoviert,

Sie haben dann ihr "EDGA" (ExDrogis gemeinsam aktiv) eröffnet und machen ehrenamtlich "Such-Präventionsarbeit", u.z. "erfolgreicher und glaubwürdiger als manch Profi". Das EDGA war ein Treffpunkt für ihre Clique und für Leute mit Suchtproblemen: illegale und legale Drogen,wie Alkohol und Medikamente, für Leute, die im Methadon-Programm sind, aber auch für Arbeitslose und Einsame. Man traf sich, konnte miteinander reden, handfest arbeite z.B. beim Renovieren, an professionelle Beratungsstellen vermittelt werden, praktische Hilfestellungen und Aufklärungsarbeit.

Es lief gut an - aber nach einem Jahr wurde das Hochhaus abgerissen; sie erhielten neue Räumlichkeiten, die sie auch wieder herrichteten.
Auch da mußten sie nach zwei Jahren raus wegen des vorher nicht geplanten Abrisses.

In den Katakomben des Tenever (Einkaufs-) Zentrums erhielten sie neue Räume, die sie betreiben konnten: also wieder renovieren und Initiativen starten.

Die wohl wichtigste Initiative: sie wollten Arbeit und bildeten die CREW; sie bewarben sich um Arbeit, forderten, dass bei den Abrissarbeiten sie als Teneveraner Arbeitsplätze bekommen. Die europaweite Ausschreibung hat nicht ganz geklappt, aber es wurden mehrere Menschen auf sie aufmerksam.
Gemeinsam mit der Wohnungsgesellschaft, der Stadtteilunterstützung und der Bagis (Arbeitsamt/ ALG II) konnte die CREW zunächst 5 Arbeitsplätze (ABM, aber auch sozialversicherungspflichtige Arbeit) besorgen. Sie erbrachten Bewohnerdienstleistungen: sie trugen gerade in den Häusern, die saniert wurden und der Fahrstuhl für ca. 6 Wochen jeweils ausfiel, Einkaufstaschen und Mineralwassekisten bis in die obersten Stockwerke, brachten Kinderwagen rauf und runter, begleiteten manch einen Senioren beim Spaziergang durch den Grüngürtel oder junge und ältere Menschen zu den Ämtern.
Aus diesen Aktivitäten hat sich eine der wichtigsten Angebote entwickelt "mit am nächsten dran - sozialen Angeboten!

EDGA machte weiter mit mehreren neuen Unterstützern und Mitmachern:
Ihr Domizil ist heute DER Anlaufpunkt fur Menschen mit Suchtproblemen und für Ex-Süchtige, für Arme und Einsame und für Deprivierte.
Neben ihren "traditionellen" Aktivitäten fungieren sie inzwischen donnerstags als Ausgabestation der Bremer Tafel für Tenever.
ES ist so wie Bettina von Arnim beschreibt:

Die "EDGAS" sind sehr Engagierte, Ehrenamtliche und 1-Euro-Jobber.
Ein segensreiches Projekt!

 
 
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