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Musik hat die Kraft Sinn zu stiften, Brücken zu bauen und einen Statteil aufzuschließen

In Pakistan, in der Türkei, in Lyberia und Syrien, in Kasachstan und in Tailand hört man andere Musik - sie sind vor den politischen Regimen geflüchtet, haben Not und Leid erfahren und sind mit Problemen hier im Ankunftsland tagtäglich belastet. Beethoven, ja, davon haben sie gehört, er ist sehr laut, einer der ganz Großen "from a very different culture".
"Spannend" war`s , "perfekt", sehr positive Energie". "Es ist hier Tiefe und Gehalt zu spüren", eher die Bewohner mit russischem Migrationshintergrund , z.T. selbst sehr musikalisch, kennen und spielen Beethoven.
Die Deutsche Kammerphilharmonie Bremen macht an der Gesamtschule Bremen-Ost ernst mit der Öffnung in den Stadtteil hinein. In ihrer Pressemitteilung heißt es: " ....Sie macht ernst mit einem neuen Kulturbegriff. Dabei wird Kultur konsequent als Entwicklungsmotor verstanden - für die Entwicklung einzelner Menschen, sowohl Musiker als auch Schüler, Lehrer, Eltern, Hörer etc. aber auch als Entwicklungsmotor von gemeinschaften, wie dem Orchester, der Schule, dem Stadtteil oder der Stadtgemeinschaft."
Paavo Järvi, der künstlerische Leiter der Kammerphilharmonie hat schon viele weitere Projekte im Kopf, die folgen könnten, sagte er auf der anschließenden Pressekonferenz. Nach dem Vorbild von Simon Rattles "Rhythm is it" könnten die vielen Projekte des Orchesters mit den Schülern auf DVD produziert und medial ausgeweitet werden, um das Projekt weltweit in`s Bewußtsein zu bringen. "Paavo, das machen wir so" antwortete sogleich der Schulleiter Herr Jentschke, "denn es ist so spannend für diesen Stadtteil, für Bremen, für arm und reich, das wir das gemeinsam hinbekommen, "denn es ist die beste Investition in die Köpfe und in die Kultur!"

Joachim Barloschky hatte auf der Pressekonferenz zuvor berichtet, das im internationalen Tenever die Hartz IV-Quote bei Kindern und Jugendlichen bei 60 % liegt, sie sich von 2,63 € pro Tag ernähren müssen. Daß ein so berühmtes Orchester sich öffnet zum Stadtteil, ihn besichtigt und sich für das normale Leben, die Menschen und deren Zukunft interessiert, das macht froh und zuversichtlich. Ihre Arbeit sei ein positiver Beitrag zur Stärkung von Bildung und Entwicklung in die Zukunft.

"Musik hat die Kraft Sinn zu stiften, Brücken zu bauen und einen Statteil aufzuschließen" sagte Paavo Järvi, denn er selbst sei ein Auswanderer, aus Estland, mit der Sensibilität der Nichtzugehörigkeit , "sense of not belonging anywhere" und für Anpassungsprozesse: was kann und soll ich annehmen, was nicht. Sein Zuhause sei die Musik mit Freunden.
Die Deutsche Kammerphilharmonie Bremen: ein Bremer Modell - offen für alle (s)?!

 
Pressekonferenz
 
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