Das Demonstrativbauprojekt in den Medien: Tenever in den Medien
Seit Mitte der 50er werden in Bremen erstmals Mietwohnungen in verdichteter Bauweise auf der „grünen Wiese“ errichtet. Ohne Einbindung in städtische Strukturen stößt sie vor allem in den Medien auf heftige Kritik. Sogar soziales Verhalten und Bauweise werden miteinander in ursächlichen Zusammenhang gebracht.
- Für die einen wird es als Vorzeigeobjekt gleichsam poetisch besungen:
„ein phantastisches Bild aus der Luft“ - „Begrüßungsmonument der Stadt“ – „eine Pilzkolonie, die am Wegesrand aus dem Grün des Mooses sprießt“
Die immer wieder diffamierenden Äußerungen in der Presse stigmatisieren die Menschen, die dort wohnen.
Es wird ihnen schwer gemacht, sich mit dem Stadtteil zu identifizieren.
Tenever muss sogar für größenwahnsinnige Ideen herhalten: Bürgermeister Hans Koschnik spricht im Dezember 1973 von einer Art Kabinen- oder Hängebahn für Tenever. Trotz manch harter Kritik sind viele Politiker optimistisch: „Wenn erst einmal das Zentrum fertig ist, wird die Öffentlichkeit ihr zum Teil verzerrtes Bild von dem Demonstrativbauvorhaben korrigieren müssen,“ so schwärmen viele. Der Bausenator Seifriz nennt Tenever „ein Musterbeispiel öffentlicher Planung“ und fügt hinzu, dass diese Anlage mit den verschiedensten Gemeinschaftseinrichtungen im sozialen Wohnungsbau gänzlich neu sei. „Das war bisher nur im Komfortwohnungsbau denkbar.“